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Gästebuch

zypernhunde

Charlie  kam auf ungewöhnliche Weise zu uns und ist ein Beispiel, wie impulsiv wir  in unseren Entscheidungen manchmal sind.

 

In einem  Forum stolperten wir über eine traurige Geschichte. Eine Katzenhalterin aus dem  Forum war verstorben war und ihre Katzen sollten ins Tierheim. Durch etwas  ungeschickte Wortwahl von anderen Foris waren die Angehörigen schon so satt,  dass sie den Gedanken, die Katzen über das Forum weiterzuvermitteln  ablehnten.


Uns  hat das damals sehr schockiert. Die Verstorbene war eine sehr liebe und  geduldige Katzenhalterin, die sich ihr Leben lang Katzen gewünscht hatte und  sich diesen Wunsch erst sehr spät erfüllt hat. Eine junge Katze und ein junger  Kater fanden bei ihr ein schönes Zuhause. Leider war diese Idylle viel zu früh  durch ihren frühen Tod zerstört. Alarmiert waren wir, weil sie zu Lebzeiten  geschrieben hatte, wie groß ihre Sorge sei, ihr würde etwas passieren und ihre  Katzen würden in einem Tierheim landen. Um das Katzenmädel machte sie sich keine  großen Sorgen, aber um den Kater, weil er ein Stresspinkler ist. Wir konnten uns  lebhaft vorstellen, wie die weitere Lebenszeit dieses Katers aussah. Mit dem  Thema Stresspinkeln hatten wir uns in der Vergangenheit viel auseinandergesetzt,  weil unsere Cindy damals auch darunter litt.

Wir sprachen zu Hause  darüber, wie fürchterlich das Ganze doch ist, weil jetzt genau das eintrat,  worüber sich die Verstobene am meisten Gedanken gemacht hatte. Da uns diese  traurige Geschichte gleichermaßen berührte, war die Entscheidung gefällt. Es war  nicht einfach, aber uns ist es gelungen, den Kontakt zu den Angehörigen der  Verstorbenen herzustellen und wir wurden uns schnell  einig.


Mensch,  wir waren so froh darüber, dass man sie umstimmen konnte. Jetzt mussten die  Tiere nur noch irgendwie zu uns kommen. Nordkehdingen - Gotha liegen nicht  gerade nahe beieinander. Aber was soll's? So sind wir dann eines Sonntagmorgens  um 6 Uhr losgedüst und kamen um 22 Uhr wieder mit 2 Katzen im Gepäck zu Hause  an.

 

Charlie  hat uns im Auto sehr gut unterhalten. Der arme Kerl hat fast die ganze Zeit  gejault. Er war der Liebling der Verstorbenen und wirkte richtig verloren. Bei  uns angekommen, wollte er aber erst einmal ausgiebig gestreichelt werden. Recht  hatte er. Sein Frauchen war im Juli gestorben und wir hatten Ende September.  Über zwei Monate wurden die Tiere zwar versorgt, aber zu mehr reichte die Zeit  auch nicht. Da herrschten große Defizite.


Charlie  gewann schnell Vertrauen. Er ist ein sehr schöner und schmusiger Tiger.  Wahnsinnig lang ist er und gertenschlank dabei. Er kam am ersten Abend direkt  mit ins Bett. Berührungsängste kannte er überhaupt nicht.


Was  sind Charlies Eigenarten? Er pennt fast den ganzen Tag. Ein sehr häuslicher  Kater ist er. In den Wintermonaten ist er überhaupt nicht draußen zu sehen. Ist  nicht so sein Ding, wenn es nass und kalt ist. Dann bleibt er lieber behaglich  im Haus. Entweder im Bett oder irgendwo in der Küche.

 

Charlie  überfallt einen nachts gerne mal. Da passiert es schon mal, dass man geweckt  wird, weil jemand an den Haaren zieht und dabei rumsabbert. Charlie beim  Treteln. Am Liebsten packt er sich aber unter die Bettdecke und wärmt einen den  Bauch oder den Rücken. Irgendwann wird es ihm zu warm und dann verzieht er sich  als Fußwärmer ans untere Bettende.

Charlie spielt gerne mal den Macker  unter den Katzen. Da bläst er sich richtig auf und geht wie ein Rocker. Aber da  dieses Verhalten immer weniger wird, denke ich, es war Unsicherheit.

Seit September 2006 ist er bei uns. Ihn mit geöffneten Augen zu  fotografieren, ist sehr schwierig. Er liegt oder sitzt eigentlich am Liebsten  mit fast geschlossenen Augen herum.

In der Woche bleibt er auch morgens  lieber im Bett und steht nicht, wie alle anderen Katzen, mit uns auf. Ist ihm  einfach noch zu früh um halb fünf. Da dreht er sich noch mal wieder um und denkt  nicht im Traum daran, sich zu bewegen.

 

Am  Wochenende sitzt er immer mit uns am Frühstückstisch. Süß sieht das immer aus,  wie er so auf der Küchenbank direkt am Tisch sitzt.

 

Im Sommer  kommt er gerne mal mit raus. Manchmal quakt er über den ganzen Hof, wenn er uns  sucht. Vorwurf in der Stimme, weil wir es gewagt haben, uns soweit vom Haus zu  entfernen. Rufen wir ihn dann, dann kommt er angedüst und freut sich, uns  Verschollenen endlich wieder zu sehen.

Die Anfangsunsicherheit ist bei  ihm jetzt völlig gewichen. Ohne Probleme kann man ihn auf den Arm nehmen.  Verspielt ist er überhaupt nicht. Da schmust er lieber ne Runde mehr, als einem  Band hinterherzulaufen oder so.

 

Charlie  ist manchmal so ein bisschen der Proll unter unseren Katzen. Macht gerne Stunk  und teilt aus, aber einstecken geht gar nicht. Die anderen kennen ihn  mittlerweile lange genug und es gibt keinen Alarm mehr, höchstens ein leises  Knurren.

 

Er  überfällt auch gerne und macht sich gar keine Gedanken darüber, ob das dem  Menschen dann auch gefällt. So passiert es, dass man irgendwo sitzt und auf  einmal fällt einem eine Bombe in den Schoß. Das ist dann Charlie. Er kommt nicht  vorsichtig an und krabbelt hoch, sondern springt dreist von hinten oder von der  Seite einfach PENG auf die  Beine.