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Gästebuch

zypernhunde

Chiara, die  Soziale

 

Chiara  ist eine sozial engagierte Katze. Sie hasst Ungerechtigkeit und Streitereien  zwischen ihren Artgenossen und wirft sich glatt dazwischen, wenn zwei sich  streiten. Sie patscht dann nach links und rechts, verteilt also regelrecht  Ohrfeigen und die anderen Katzen gehen auseinander. Ihr besonders Augenmerk ist  auf Pauli gerichtet. Ihn, meint sie, immer beschützen zu müssen. Er ist ja auch  der Kleinste und Jüngste.

 

Sie kam im  Juni 2001 im zarten Alter von 3 Monaten zu uns und war ein wahnsinniger  Wildfang. Ihre Mutter eine Hauskatze, ihr Vater ein norwegischer Waldkater.  Eigentlich war der Einzug einer weiteren Katze zu dem Zeitpunkt gar nicht  geplant. Beim Tierarzt hing ein Zettel. Kaum gelesen, nahm der Gedanke Gestalt  an, es müßte unbedingt ein kleines Katzenpersönchen einziehen. So geschah es  dann auch.

 

Alle meine  Pflanzen hat sie geschrottet. Sie liebte es, wie ein Hund Gegenstände zu  apportieren. Am Liebsten zu Knäueln gedrehtes Schokoladenpapier und da das  lilafarbene.

Chiara  kam zu uns und für unsere damalige Katze Cindy, die wir ein paar Monate vorher  aus dem Tierheim hatten, das Leben als Einzelkatze vorbei. Wir hatten aber Pech.  Die zwei Mädels fanden sich doof. Über mehrere Monate haben wir alles Mögliche  versucht, damit die Vergesellschaftung doch noch klappt, aber eine Veränderung  trat erst ein, als wir in eine andere Wohnung umgezogen sind. Da tolerierte man  sich wenigstens gegenseitig.

Chiara  fegte in den ersten Lebensjahren immer wie ein Pflitzebogen durch die Wohnung.  Dabei passierten dann auch immer so komische Sachen, wie im falschen Moment in  die Badewanne springen. Tja, die Wanne war nicht immer leer und ich hab zum  ersten Mal in meinem Leben gesehen, wie eine klatschnasse Katze aussieht. Sie  rutschte auch gerne mit Anlauf über den Boden im Wohnzimmer. Meistens wurde sie  dann von einem Schrank oder von der Wand gestoppt. Fand sie  toll. 

Chiara  wurde größer und mit der Zeit auch ruhiger. Sie entwickelte sich immer mehr zur  Schmusekatze.

Im Jahre 2006 war dann ihr Dasein als Wohnungskatze  beendet. Wir zogen raus aufs Land und Chiara erkämpfte sich ihre Freiheit. Uns  schwebte eigentlich gesicherter Auslauf vor, aber sie sah das völlig anders.  Schweren Herzens gaben wir ihrem Freiheitsdrang nach, birgt Freigang doch auch  Gefahren.

 

Wir haben  diesen Entschluss aber nie bereut, denn sie gewann eine Ausgeglichenheit, die  ich nie für möglich gehalten hätte. Chiara liebt Maulwürfe. Wir werden den  Eindruck nicht los, sie möchte sie als eigene Haustiere halten. Wir zählen schon  nicht mehr, so viele Maulwürfe hat sie uns schon lebend in die Wohnung gebracht.  Sie setzt sie uns in den Flur direkt vor das Kaninchenzimmer. Da sollen die  kleinen Pelzigen wohl ihrer Meinung nach leben. 

Heute ist  Chiara DIE Katze schlechthin. Egal, wie das Wetter ist, wenn wir auf dem Hof  unterwegs sind, begleitet sie uns immer. Ist der Weg zu matschig, kommt sie auf  meine Schulter und ich muss wie Hexe Rumpelpumpel laufen, damit Madame auf der  Schulter nicht das Gleichgewicht verliert. Was macht man nicht alles. Chiara ist  immer dabei. Gehen wir rein, geht sie mit. Gehen wir raus, geht sie auch. Sie  hilft ausmisten bei den Jungs, Pfosten setzen auf der Weide, Mülltonne zur  Straße bringen usw. Sie würde auch jeden Morgen mit uns mitfahren, wenn sie  könnte. Öfter schon mussten wir sie aus dem Auto wieder rauspicken. Sie packt  sich, wenn sie die Möglichkeit hat, auf die Rückbank und legt sich dort hin.  Fährt man los, setzt sie sich hin und guckt gemütlich aus dem Fenster. Sie  begleitet uns auch gerne auf Spaziergänge.

Diese Katze ist etwas ganz,  ganz Besonderes. Leider hatte sie vor zwei Jahren zum ersten Mal Muskelkrämpfe.  Untersucht wurden diese damals nicht weiter. Die Tierärzte meinten, man müsse  das erstmal beobachten, denn dafür können ganz unterschiedliche Ursachen  vorliegen. Lange Zeit war Ruhe. Leider traten die Krämpfe in diesem Herbst  wieder auf und jetzt wird ganz langsam die Ursachenforschung beginnen  müssen.