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 Chaya`s  Lebenslauf

Chaya, unser Norweger, kam als Schlachtfohlen im Mai 2005 zu uns. Er war ein knappes Jahr alt und der netteste kleine Pferdemann, den man sich denken kann. Voller Vertrauen, ihm ist nie irgendetwas Schlechtes passiert. Warum er zum Schlachter kam? Wir haben keine Ahnung, wissen auch nicht, ob er wirklich ein Norweger ist oder vielleicht ein Liebenthaler. Ist uns auch egal. Er sieht aus wie ein Norweger und er ist auch genauso verfressen.

 

Wir stolperten auf der Homepage eines Schutzhofes über den Knaben. Michael war sofort hin und weg. Er versuchte noch, sich die Idee selber auszureden: „Wir können ja nicht hunderte von Kilometern mit dem Auto fahren um ein Pferd zu holen!“ Oder: „Wo sollen wir denn damit hin?“ Irgendwie war aber klar, dass wir das doch konnten. So geschah es dann auch. Das Pferd wurde nicht verwurstet und reiste an einem Samstag im Mai 2005 Richtung Hamburg. Im Nachhinein wurde auch klar, dass es da gar nichts zu entscheiden gab, sondern es einfach Bestimmung war. Michael und Chaya müssen irgendwie seelenverwandt miteinander sein. Da herrschen eine sagenhafte Einheit und ein Urvertrauen. 

 

Chaya war uns also ausgeliefert. Damals waren wir noch Einsteller und Chaya landete in einer Box mit täglichem Weidegang. Er kannte wohl Halfter und Strick, musste aber noch sehr viel lernen. Damals schon war er ständig zu Späßen aufgelegt und untersuchte alles, was in seiner Reichweite war.

 

Angebunden am Putzplatz langweilte er sich sehr schnell. Er wollte etwas erleben und nicht nur auf eine Wand starren, während Mensch an ihm herumzupfte. Sein scharren mit den Hufen wurde von uns schnell ignoriert und damit langweilig für ihn. Also musste er sich anders beschäftigen. Er beobachtete uns Menschen immer sehr genau und schnell fand er heraus, dass das Kästchen an der Wand den Raum hell oder dunkel machen konnte, wenn man da anstupste. Es dauerte nicht lange und er machte sich einen Heidenspaß daraus, ständig das Licht auszuknipsen, indem er mit seiner Nase dort anstupste. Zuerst amüsierte sich ja noch jeder darüber, aber irgendwann wird es dann auch lästig, wenn mehrere Pferde und Menschen auf einmal in Stockfinsternis stehen bzw. stolpern.

 

Eine große Faszination übte auch der Führstrick auf ihn aus, wenn er angebunden stand. Schnell konnten wir den Sicherheitsknoten vergessen, den wir lange geübt hatten, damit wir im Notfall ein angebundenes Pferd mit einem Ruck losbinden konnten. Chaya brauchte nicht lange, um mit seiner Schnute immer an der richtigen Stelle zu zubbeln und führte sich dann selber mit dem Strick in der Schnute weg, um neue Abenteuer zu bestehen.

 

Hufe auskratzen war auch immer ein Erlebnis. Wenn er ein Vorderbein hochhalten musste und keine Lust dazu hatte, ging er einfach komplett auf den Boden und legte sich hin.

 

Runde Wassertonnen sind auch immer schick. Sie werden grundsätzlich ausgekippt, weil man mit ihnen so herrlich spielen kann. Das ist der Grund, warum es bei uns nur eckige Wassertonnen gibt. Auch die sind manchmal Opfer von Chayas Spieltrieb, aber erheblich seltener als runde Tonnen.

 

 

 

Lebenslauf 2